Entwicklungsmotor

© Planungsverband Region Rostock

Die Region Rostock ist der Entwicklungsmotor für die wissensbasierte Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns. Die Potenziale der Universität Rostock und die außergewöhnliche Dichte an außeruniversitären Forschungseinrichtungen und privatwirtschaftlichen Forschungs- und Entwicklungsdienstleistern bilden die Basis für die Entwicklung innovativer Unternehmen in der Region und für erfolgreiche Neuansiedlungen. Dabei spielt der maritime Sektor mit Häfen, Schifffahrt und Schiffbau weiterhin eine zentrale Rolle. Reedereien und Werften mit ihren Zuliefererunternehmen und technologieorientierten Dienstleistern bilden den Kern des maritimen Sektors der Region. Leitbranchen sind außerdem die Biotechnologie und Gesundheits- und Ernährungswirtschaft, Informations- und Kommunikationstechnologien und die Energietechnik, insbesondere die erneuerbaren Energien.

Die maritime Wirtschaft

Kernbereich der maritimen Wirtschaft sind die Werften – allen voran Nordic Yards und die Neptun Werft GmbH. Nach Investitionen in Milliardenhöhe zählen sie zu den modernsten und produktivsten der Welt. Sie produzieren überwiegend Containerschiffe, aber auch Tanker, Kreuzliner und ausrüstungsintensive Spezialschiffe. Als neues Feld wird zunehmend die Offshore-Windenergie erschlossen, für die Spezialplattformen gebaut werden.

Mit Inbetriebnahme der Kranproduktion der Liebherr-MCCtec Rostock ist ein weiterer Global Player mit mittlerweile 1.000 Mitarbeitern in Rostock tätig, den die direkte Nähe zu den Schifffahrtswegen als bedeutender Vorteil des Standortes Rostock zur Ansiedlung bewegt hat.

Der Seehafen Rostock weist eine Reihe von Standortvorteilen auf, die ihn zum größten deutschen Ostseehafen haben werden lassen. Die Wassertiefe von 14,50 m – die weitere Vertiefung auf 16,5 m ist geplant – und die kurze Zufahrt von nur 3,6 Seemeilen sowie die direkte Autobahnanbindung machen ihn zu einem idealen Standort für die Fracht- und Fährschifffahrt. Hinzu kommt die Passagierschifffahrt mit Fähren nach Skandinavien, Finnland und ins Baltikum. Über zwei Millionen Passagiere nutzen diese Angebote jährlich. 

Darüber hinaus findet sich in Warnemünde der bedeutendste Kreuzfahrthafen Deutschlands. Jährlich laufen Rostock über 160 Kreuzfahrtschiffen an, die ca. 250.000 Seereisende an Bord haben. Die in Rostock ansässige AIDA Cruises ist die Nummer eins der Kreuzfahrtanbieter nach Umsatz- und Passagierzahlen in Deutschland. 

Der  Fracht- und Fischereihafen im Herzen Rostocks ist heute ein vielseitiger Umschlagshafen für verschiedenste Güter. Zahlreiche Dienstleister der maritimen Industrie sind hier ansässig, aber auch Forschungsinstitute und Bildungszentren.

Logistik

Mit drei modernen Häfen, dem Flughafen Rostock/Laage und hervorragenden Hinterlandanbindungen per Bahn und Autobahn ist Rostock ein echter multimodaler Verkehrsknotenpunkt. Diese Lagevorteile sind auch Grundlage für die Einbindung Rostocks in das Projekt SCANDRIA, das sich dem Ziel des Ausbaus einer europäischen Nord-Süd-Achse von der Ostsee bis zur Adria widmet, um regional wirtschaftliche Entwicklungsimpulse zu setzen und ungenutzte Potenziale zu aktivieren. Der räumliche Schwerpunkt des Projektes liegt dabei auf dem Ostseeraum bzw. dem nördlichen Bereich des Nord-Süd-Korridors von Oslo/Stockholm über die Öresundregion und Mecklenburg-Vorpommern bis nach Berlin. Dieser Raum ist sowohl eine strategisch bedeutsame Entwicklungs- und Infrastrukturachse in Europa, als auch Integrationszone in einer erweiterten Europäischen Union.

Die fortschreitende Globalisierung der Wirtschaft wird allen Prognosen nach künftig ein noch weiter ansteigendes Verkehrsaufkommen zur Folge haben. Die Gestaltung effizienter, sicherer sowie ökologisch verträglicher Verkehrsprozesse gewinnt daher immer mehr an Bedeutung. Die Region Rostock und die zahlreichen hier ansässigen Logistikunternehmen können bedeutende Beiträge leisten.

Erneuerbare Energien

Das Land Mecklenburg-Vorpommern nimmt gemäß der Bundesländer-Vergleichsstudie Erneuerbare Energien 2014 deutschlandweit eine Spitzenstellung bei den Anteilen Erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung ein (51% im Jahr 2012). Bezüglich seiner Erfolge zum technologischen und wirtschaftlichen Wandel in diesem Bereich liegt es im Bundesländervergleich auf Platz 1.

Die Region Rostock, in der Windenergie eine der sechs Wachstumsbranchen ist, hat daran einen maßgeblichen Anteil. Im Rostocker Hafen wurde 2006 die erste Offshore-Windenergieanlage Deutschlands zu Testzwecken errichtet. Im Mai 2011 folgte mit der Inbetriebnahme des ersten kommerziellen Offshore-Windparks EnBW Baltic 1 in der Ostsee ein weiterer Meilenstein. Der Rostocker Hafen bietet gute Bedingungen für den Export von großvolumigen Onshore- und Offshore Windenergiekomponenten. Mit dem weiteren Ausbau der Offshore-Windparks in Ost- und Nordsee kann sich die Region weiter als ein wichtiger Standort und Kompetenzzentrum für die Offshore-Windenergieindustrie etablieren. Der WindEnergy Network e.V. ist das bedeutendste Unternehmensnetzwerk im Nordosten Deutschlands und unterstreicht die Bedeutung der Hansestadt als Zentrum der Windenergieindustrie.

Gesundheitswirtschaft und Biotechnologie

Die Profillinie "Science and Technology of Life, Light and Matter" der Universität Rostock widmet sich dem Dreieck Naturwissenschaften - Ingenieurwissenschaften - Medizin, bei dem unter anderem neue Materialien und deren Interaktion mit Licht eine Rolle spielen. Die sehr gute Forschungsinfrastruktur im Umfeld von Universität und Universitätsklinikum mit zahlreichen Technologie- und Kompetenzzentren sowie Kur- und Rehabilitationseinrichtungen haben in der Region rund um Rostock hervorragende Kompetenzen in Medizintechnik und regenerativer Medizin entstehen lassen. Kompetenzfelder sind u.a. Bioimplantate, Stammzellentherapie, Zelltransplantationen und Tissue engineering. Zusammen mit einem Reservoir an hoch qualifizierten Fachkräften ergeben sich besondere Standortvorteile für die Gesundheitswirtschaft. Mecklenburg-Vorpommern hat sich folgerichtig das ehrgeizige Ziel gesetzt, "Gesundheitsland Nr. 1" zu werden und fördert die Entwicklung der Gesundheitswirtschaft intensiv. Eine besondere Rolle in diesem Zusammenhang spielt das BioCon Valley® - Life Science Netzwerk des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Informations- und Kommunikationstechnologien

Im Umfeld der Universität ist auch eine Konzentration innovativer Unternehmen der IuK-Technologien entstanden. So arbeiten im TZW Technologiezentrum Warnemünde e.V. rund 60 Unternehmen. In der Südstadt ist das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung ansässig. Im Rostocker Innovations- und Gründerzentrum hat das Multimedia Kompetenzzentrum des Landes Mecklenburg-Vorpommern seinen Sitz. Daraus ergeben sich wertvolle Synergien. Landesweit fördert die IT-Initiative MV e.V. den Absatz von Produkten und Dienstleistungen indem sie Kooperationen zwischen Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen initiiert. Ziel ist der Aufbau eines Softwarelandes MV mit einer starken Vernetzung innerhalb der IT- Branche.